Pressemitteilungen 2015

[124/2015 - 20.10.2015]

Weitere Fördermittel für die Nathanaelkirche Leipzig-Lindenau

Präsident der Landesdirektion Sachsen übergab Bescheide in Höhe von über 164.000 EUR
Der Präsident der Landesdirektion Sachsen, Herr Dietrich Gökelmann, übergab heute der Ev.-Luth. Nathanaelkirchgemeinde zwei Fördermittelbescheide in Höhe von insgesamt 164.215,00 EUR. Davon stammen 80.000,00 EUR aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm V der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien (BKM), 84.215,00 EUR steuert der Freistaat Sachsen zur Kofinanzierung bei.
Im Rahmen des Denkmalschutz-Sonderprogramms IV der BKM (einschließlich einer Kofinanzierung durch den Freistaat Sachsen) sowie des Sonderprogramms Denkmalpflege des Freistaates Sachsen 2014 wurden bereits die ersten beiden Bauabschnitte des umfangreichen Vorhabens „Sicherung und Instandsetzung des Schiff- und Chordaches und des Mauerwerks Turmschaft“  gefördert. Im Rahmen des nunmehr geförderten 3. Bauabschnitts soll vor dem letzten Abschnitt der Instandsetzung des Hauptdaches der Turmschaft vierseitig bis Höhe Traufe saniert werden.
Die bis zu 1100 Sitzplätze bietende neugotische Nathanaelkirche zu Leipzig Lindenau wurde zwischen 1881 und 1884 als dreischiffige neugotische Hallenkirche mit Ziegelverblendmauerwerk und Gewölbedecken von August Hartel und Constantin Lipsius erbaut.
Dem 74 Meter hohen Turm mit Hauptportal schließen sich ein dreischiffiges Langhaus sowie Chor und beidseitig Sakristeien an. Im Innenbereich existieren eine reiche Ausmalung und in den Chorfenstern künstlerisch wertvolle Glasgemälde.
Geschichtlich verdeutlicht die Kirche eindrucksvoll den Wandel vom dörflichen Lindenau zum städtischen und industriell geprägten Stadtteil.
Zum Ensemble gehören zudem das 1888 gegenüber dem Kirchenbau auf dem Platz der viel kleineren Vorgängerkirche aus dem 13. Jahrhundert errichtete Pfarrhaus und das 1922 gebaute Kirchgemeindehaus der Nathanael-Kirchgemeinde. Einzige Veränderung gegenüber dem Zustand der Einrichtung erfuhr der Innenraum durch die 1909 und 1922 durchgeführte Abtrennung des Bereiches unter der Orgelempore vom Kirchenschiff für die Nutzung als sogenannte Winterkirche.
Das imposante Gebäude des Historismus ist auch heute eines der höchsten Denkmäler im Leipziger Westen. Es ist zwar stark geschädigt, aber in seiner Substanz sowie der Innenausstattung weitestgehend original erhalten. Die Lindenauer Kirchgemeinde ist in den vergangenen 20 Jahren stark gewachsen und benötigt neben einem vorhandenen Saal zunehmend wieder die große Kirche als Gottesdienstraum und für ihre Kirchenmusik, die besonders Kinder und Jugendliche fördert.
Der aktive Förderkreis hat mit seinen aktuell über 120 Mitgliedern breite Unterstützung auch des Stadtteiles und will die Nathanaelkirche auch als Ort der Begegnung, der Kultur und Musik im Stadtteil erhalten. Regelmäßig finden Benefizkonzerte statt, Ausstellungen und Literaturveranstaltungen ergänzen die Nutzung.
 
Hintergrund zum Förderprogramm:
Zur Förderung national wertvoller und besonders hochwertiger sächsischer Kulturdenkmale wurde durch den Freistaat Sachsen in 2015 im dritten Jahr nach 2013 und 2014 ein eigenständiges Förderprogramm (Sonderprogramm Denkmalpflege) aufgelegt. Vorrangig werden über dieses Programm Mittel zur Komplementärfinanzierung von Bundesförderprogrammen (u.a. Denkmalpflegeprogramm, Denkmalschutz-Sonderprogramm, Reformationsjubiläum) bereitgestellt. Das Programm ist 2015 mit 8 Millionen EUR ausgestattet. Gefördert wird der Mehraufwand denkmalpflegerischer Maßnahmen der Sicherung, Instandsetzung, Sanierung und Restaurierung an einem Kulturdenkmal.
Durch die Kofinanzierung des Freistaates Sachsen im Denkmalschutz-Sonderprogramm der BKM wird auch Antragstellern, die nicht über die nötige Eigenfinanzierung in Höhe von 50 v.H. der denkmalpflegerischen Gesamtkosten verfügen, die Möglichkeit eröffnet, entsprechende Anträge bei der BKM zu stellen.
Die Nathanaelkirche in Leipzig ist eines von 18 im Rahmen der 2. Tranche des Denkmalschutzsonderprogramms V geförderten Objekten im Freistaat Sachsen. In der 1. Tranche des Denkmalschutzsonderprogramms V waren bereits 13 Objekte im Freistaat Sachsen berücksichtigt worden.