Pressemitteilungen 2013

[085 / 2013 - 03.07.2013]

Klosterbuch erhält verbesserten Hochwasserschutz

Landesdirektion Sachsen genehmigt Ringdeich zum Schutz der Anwohner und Betriebe
Die Landesdirektion Sachsen hat jetzt das Planfeststellungsverfahren zum „Hochwasserschutz an der Freiberger Mulde in Klosterbuch“ abgeschlossen. Mit dem Planfeststellungsbeschluss hat der Antragsteller und Bauherr, die Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen, Baurecht erhalten. Schutzziel der Maßnahme ist, Klosterbuch vor einem Hochwasser mit einer Wiederkehrwahrscheinlichkeit von 100 Jahren (so genanntes HQ100) zu schützen. Die vorhandenen Deiche können dies aufgrund unzureichender Standsicherheit und einer zu geringen Höhe nicht gewährleisten.

Das Vorhaben befindet sich an der Freiberger Mulde und ist in östlicher Richtung etwa 4 Kilometer vom Stadtzentrum der Stadt Leisnig entfernt. Der Ort ist von dem unter Denkmalschutz stehenden Kloster Buch, ein ehemaliges Zisterzienserkloster, und seiner Lage in Natur und Landschaft geprägt.

Die von der Landesdirektion genehmigte, aus zwei Bauarten bestehende Hochwasserschutzanlage wird Klosterbuch künftig ringförmig umschließen. Sie beginnt als neu zu errichtender Deich (Gesamtlänge ca. 1.060 Meter) an der Brüstungsmauer im nördlichen Bereich des Klosterareals und verläuft zunächst auf der alten Trasse des Ostdeichs. Nach Verlassen der alten Deichtrasse des Ostdeichs läuft der künftige Deich bogenförmig auf die Kreisstraße K7515 zu. Nach Kreuzung der Kreisstraße in Form einer Deichüberfahrt verläuft der Deich nahe der vorhandenen Bebauung bis zum alten Westdeich, umläuft dann die westliche Bebauung und wird zurück bis an die Muldenbrücke geführt. Im Bereich des alten Westdeichs ist eine Deichüberfahrt für die dahinter liegenden bewirtschafteten Flächen vorgesehen.

Nach der Brücke wechselt die Bauart, von dort an soll eine insgesamt ca. 370 Meter lange Hochwasserschutzwand errichtet werden. Sowohl die Brücke als auch das daran anschließende Gelände sind zunächst hoch genug, sodass am Anfang der Trasse auf einer Länge von etwa 45 Metern die Hochwasserschutzwand ausschließlich eine Dichtfunktion in den Untergrund übernimmt. Danach erreicht die Wand eine Höhe von bis zu 1,75 Metern, bevor sie wieder auf Höhe der Geländeoberkante auf dem Klostergelände etwa gegenüber der Gaststätte ausläuft. Um die Auswirkungen auf das Ortsbild und die Klosteranlage zu verringern, hat die Landesdirektion Sachsen der Bauherrin aufgegeben, die Mauer in bestimmten Abschnitten mit Natursteinen zu verkleiden.

Der unvermeidbare Eingriff in Natur und Landschaft wird durch ausreichende Aus-gleichs- und Ersatzmaßnahmen kompensiert. Darunter befindet sich auch eine Maß-nahme in Meinsberg (Stadt Waldheim). Dort werden Teile einer Landwirtschaftsbrache entsiegelt und renaturiert. Das Vorhaben ist im Übrigen mit den Belangen des nationa-len und des europäischen Gebietsschutzes sowie mit den Belangen des Artenschutzes vereinbar. Der Beschluss enthält Auflagen zugunsten der betroffenen Anwohner und Betriebe.

Der Planfeststellungsbeschluss wird in Kürze in der Stadtverwaltung in Leisnig und in Waldheim für zwei Wochen zur Einsicht für jedermann ausgelegt. Ort und Zeit der Aus-legung werden rechtzeitig vorher bekannt gemacht.