Pressemitteilungen 2012

[006/2012 - 08.03.2012]

Erfolgreicher Projektabschluss zur Wiederherstellung erzgebirgischer Moore

800 Einzelmaßnahmen zur Rettung beeinträchtigter Moorstandorte beschlossen
Im Kulturzentrum der Stadt Chomutov fand am 07.03.2012 die Abschlusskonferenz für das Ziel 3 Projekt "Revitalisierung der Moore zwischen Hora Svatého Šebestiána und Satzung - Phase 1" statt.
 
Der Naturpark Erzgebirge/Vogtland hatte als federführender Partner des Projektes die Veranstaltung organisiert. Unter den Teilnehmern waren sowohl die weiteren Projektpartner Landesdirektion Sachsen, Regionalamt Ústí, das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie als auch Mitarbeiter der Forstverwaltungen beider Länder, der Erzgebirgskreis, Nichtregierungsorganisationen, Wissenschaftler und andere am Moorschutz Interessierte vertreten.
 
Das Projekt mit einem Finanzvolumen von 450.000 € hatte eine Laufzeit von zwei Jahren und wurde von der Europäischen Union und dem Freistaat Sachsen gefördert. Auf die Landesdirektion Sachsen entfiel dabei ein Anteil von knapp 70.000 €.
 
Insbesondere die Moorflächen um die beiden Naturschutzgebiete Schwarze Heide und Kriegswiese auf deutscher Seite und unterhalb des Jelení hora / Haßbergs direkt angrenzend auf tschechischer Seite wurden in der Vergangenheit durch viele Gräben stark entwässert oder völlig von ihren Wassereinzugsgebieten auf der anderen Seite der Grenze abgeschnitten. Viele dort lebende seltene Pflanzen und Tiere sind dadurch stark gefährdet bzw. vom Aussterben bedroht.
 
In den vergangenen zwei Jahren erfassten die Projektpartner in dem fast 2400 ha großen Gebiet Pflanzen und Tiere, untersuchten anhand der moorhydrologischen Verhältnisse die Regenerierungsmöglichkeiten der Moorflächen und tauschten zusammen mit deutschen und tschechischen Moorexperten die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Moorschutz aus.
 
Auf der Abschlusskonferenz wurden die Ergebnisse dieser ersten Phase des Moorprojektes präsentiert und ein Ausblick auf die weitere Zusammenarbeit gegeben. Als wichtigstes Ergebnis des Projekts entstand ein Katalog mit mehr als 800 Einzelmaßnahmen zur Wiedervernässung der beeinträchtigten Moorstandorte, die im Rahmen eines Folgeprojektes sukzessive umgesetzt werden sollen.
 
Die gleichzeitig mit der Abschlusskonferenz eröffnete Wanderausstellung „Moore an der Grenze“, die auch in der Landesdirektion Sachsen in Chemnitz vom 20.09. bis 23.11.2012 zu sehen sein wird, weist eindrücklich auf die Funktionen der Moore für Natur und Umwelt hin, stellt die Ursachen für ihre Zerstörung dar und zeigt auf, was jeder einzelne von uns -und auch Projekte wie dieses- dagegen unternehmen können.