Pressemitteilungen 2009 [LDC]

[06/2009 - 18.02.2009]

Verlegung der B 174 von Gornau bis Chemnitz genehmigt

Landesdirektion fasst Planfeststellungsbeschluss – Baubeginn voraussichtlich im März 2010 – Kosten betragen 29,7 Mio. €
Mit seiner Unterschrift vom 11. Februar 2009 hat der Präsident der Landesdirektion Chemnitz Karl Noltze den sofort vollziehbaren Planfeststellungsbeschluss seiner Behörde zum Bauvorhaben "B 174 – Verlegung von Gornau bis Chemnitz" abgesegnet. Damit ist Baurecht für diesen 29,7 Mio. € teuren Abschnitt, der an die zwischen Zschopau und Gornau bereits vierspurig ausgebaute Strecke anbindet, hergestellt.

Der Präsident der Landesdirektion Karl Noltze sprach denn auch von einem guten Tag für den weiteren Ausbau der Infrastruktur zwischen den Kammlagen des Erzgebirges und dem Chemnitzer Raum: "Mit Schaffung des Baurechts auf diesem Abschnitt verkürzen sich in absehbarer Zeit die Fahrzeiten zwischen Chemnitz und der Tschechischen Republik noch einmal deutlich, nachdem uns die Verkehrsfreigabe der Ortsumgehung Marienberg hier bereits einen entscheidenden Schub gegeben hat. Davon profitieren die Wirtschaftsunternehmen Südwestsachsens ebenso wie jene auf tschechischer Seite. Aber auch Tagesausflügler und Touristen sowie das Hotel- und Gaststättengewerbe im Einzugsgebiet der B 174 können sich freuen."

Kernstück der Baumaßnahme ist die Realisierung der Verlegung der B 174 zwischen der Ortslage Chemnitz und dem Bauende der bereits realisierten Maßnahme B 174 OU Zschopau – Gornau auf einer Strecke von 4,43 Kilometern zuzüglich Rampenfahrbahnen an zwei Anschlussstellen. Die verlegte B 174 erhält als anbaufreie Kraftfahrstraße baulich getrennte Richtungsfahrbahnen, deren Kronenbreite 26 Meter beträgt. Des Weiteren werden im Zuge der Baumaßnahmen neun Ingenieurbauwerke sowie insgesamt 4,169 km Lärmschutzwände im Wesentlichen in Höhen zwischen 2,00 m und 6,20 m errichtet. Darüber hinaus sind ca. 1,062 km Lärmschutzwälle mit Höhen bis zu 4,70 m in die Lärmschutzanlagen integriert.

Als Folge der neuen Verknüpfungen mit dem nachgeordneten Straßennetz, sowie als Folge von Verdrängungen im Zuge der Baumaßnahme sind weitere Straßenabschnitte aus- bzw. teilweise zurückzubauen:
  • Gornauer Straße, Baulänge 265 m
  • Zschopauer Straße (B 174 alt), Baulänge 395 m
  • Hermersdorfer Straße, Baulänge 69 m
  • Shakespearestraße, Baulänge 285 m
  • Einsiedler Weg, Baulänge 173 m
  • Teilrückbau der B 174 alt ab Wendeanlage Abzweig Siedlung Schwarzes Holz / Zschopauer Straße bis ca. Bau-km 4 + 170
  • Wegeneubau, Baulänge 295 m ab Bau-km 4 + 170, Deck-schichtenerneuerung vorhandener Weg bis Anschluss an Zschopauer Straße im Bereich "Ruhebank" einschließlich Ausweichstellen, Baulänge 160 m.
Darüber hinaus werden zur Wiederherstellung des landwirtschaftlichen Wegenetzes neue Wirtschaftswege errichtet. Auch wird für den unterbrochenen Rad-/Gehweg Kleinolbersdorf – Altenhain eine Wegestrecke von ca. 650 m neu hergestellt.

Während des laufenden Verfahrens wurden potenziell betroffene Träger öffentlicher Belange, Leitungsrechtsinhaber sowie anerkannte Naturschutzverbände neben den privaten Betroffenen intensiv beteiligt. So fanden zwischen dem 24. und 27. Juni 2008 entsprechende Erörterungstermine statt. Infolge dessen wurden die Planunterlagen ergänzt bzw. geändert und die Betroffenen unter Zusendung der geänderten Unterlagen erneut informiert, so dass ein nach allen Seiten abgewogener Beschluss zustande kommen konnte.
 
Die Außenstelle Bad Schlema des Straßenbauamtes Plauen wird nunmehr die Ausführungsplanung für die Maßnahme erstellen. Nach deren Fertigstellung voraussichtlich im Herbst wird sich die europaweite Ausschreibung der Baumaßnahme anschließen, so dass realistischerweise mit einem Baubeginn nicht vor März 2010 zu rechnen ist.

Im Anschlussverfahren "B 174 – Ausbau der Zschopauer Straße in Chemnitz zwischen Südverbund und Gornauer Straße" fanden die Erörterungstermine zwischen dem 26. September und 7. Oktober 2008 statt. Aufgrund der vorgebrachten Einwendungen wird vom Vorhabenträger, der Stadt Chemnitz, eine Tektur u. a. zu zusätzlichen Lärmschutzmaßnahmen erstellt, die dann erneut ausgelegt werden muss, so dass ein Termin für den Planfeststellungsbeschluss noch nicht genannt werden kann.