Pressemitteilungen 2007 [LDC]

[36/2007 - 25.07.2007]

Probleme der "Kober" werden jetzt nachhaltig angegangen

Regierungspräsidium Chemnitz bewilligt Fördermittel für vorbereitende Studie zur Sanierung der Talsperre Koberbach
Nach erfolgter Mittelzuweisung durch das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft erhält die Große Kreisstadt Werdau als Maßnahmeträger in diesen Tagen einen Zuwendungsbescheid des Regierungspräsidiums Chemnitz für Fördermittel in Höhe von 54.000 € zur Erarbeitung einer Sanierungsstudie für das offizielle Badegewässer Talsperre Koberbach im Landkreis Zwickauer Land.
 
Die Projektgruppe Badegewässer beim Regierungspräsidium Chemnitz, der die kommunalen Verantwortungsträger, die Landestalsperrenverwaltung, der Landkreis sowie die Landwirtschaftsverwaltung und die Abteilung Umwelt des Regierungspräsidiums Chemnitz angehören, hatte sich auf ihrer letzten Sitzung darauf verständigt, im Zuge einer möglichen Sanierung der Talsperre Koberbach eine diese Sanierung vorbereitende Studie durch die Stadt Werdau  in Auftrag geben zu lassen. Die Bemühungen des Regierungspräsidiums Chemnitz, zu einem solchen Zwischenergebnis zu kommen, liefen bereits seit geraumer Zeit und wurden von Regierungspräsident Karl Noltze maßgeblich unterstützt.
 
Die komplexe Sanierungsstudie, für deren Erarbeitung etwa ein Jahr erforderlich ist, soll entsprechende Maßnahmen vorschlagen, Variantenprüfungen vornehmen und resultierende finanzielle Auswirkungen in einem Zeithorizont bis 2015 darstellen. Auf soliden fachlichen Datengrundlagen können in der Folge gemeinsam fachliche sowie kostenseitige Bewertungen vorgenommen und begründete Entscheidungen darüber getroffen werden, ob und in welchem Umfang ein Maßnahmenprogramm aufgelegt wird.
 
Die von der Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen (LTV) betriebene Talsperre Koberbach wurde 1926 bis 1929 zur Brauchwasserbereitstellung insbesondere für die Textilindustrie im Raum Crimmitschau/Werdau errichtet. Sie erfüllt gleichzeitig Aufgaben des Hochwasserschutzes im Mittellauf der Pleiße. Seit der Wende wird der Stausee mit einer Wasseroberfläche bei Betriebsstau von 43 ha vor allem als Bade-, Angel- und Tauchsportgewässer touristisch genutzt.
 
Im südwestlichen Bereich der Talsperre betreibt die Stadt Werdau durch Flächenpachtung von der Landestalsperrenverwaltung ein Strandbad, das durchschnittlich von 800 Besuchern pro Badetag benutzt wird. Daneben bestehen ein Zeltplatz (etwa 100 Jahrescampingplätze und 40 Tagesplätze), der von der Gemeinde Langenbernsdorf betrieben wird, sowie eine Bungalowsiedlung mit 40 Bungalows.
 
Im vergangenen Jahrzehnt wurde für das nährstoffreiche Badegewässer durch zunehmende Algenentwicklung die Einhaltung von Grenzwerten nach Sächsischer Badegewässerverordnung nicht mehr dauerhaft sichergestellt. So mussten durch das zuständige Gesundheitsamt des Landkreises Zwickauer Land im August 2002, Mai 2003, Mai 2005  sowie Juni bis August 2006 Badeverbote ausgesprochen werden. Im Ergebnis ist im jährlichen Badegewässerbericht der EU vom 31.05.2007 - http://ec.europa.eu/water/water-bathing/report2007/de_lists_maps.pdf - von den Badeseen im Regierungsbezirk Chemnitz nur die Talsperre Koberbach aufgeführt, die EU - Mindestwerte nicht erfüllt.
 
Die wiederholten Nutzungseinschränkungen führten nicht nur zu einer Minderung des Erholungswertes der Talsperre Koberbach sondern auch zu negativen touristischen und damit wirtschaftlichen Auswirkungen in der Region.
 
Aus diesem Sachverhalt ergibt sich die Notwendigkeit der nachhaltigen Reduzierung der diffusen und punktuellen Phosphoreintragsquellen der Herkunftsbereiche Landwirtschaft,  Fischereiwirtschaft und Kommunalabwasser sowie güteorientierter Optimierungsbedarf in der Talsperrenbewirtschaftung.
 
Dieser Prozess kann im Einzugsgebiet der Talsperre Koberbach für den Bereich Abwasser bereits ab diesem Jahr durch Förderung privater Kleinkläranlagen (Richtlinie Siedlungswasserwirtschaft) begonnen bzw. unterstützt werden. Für den Bereich Landwirtschaft werden ab 2008 darüber hinaus durch Förderung bodenschützender Bewirtschaftungsmaßnahmen (Richtlinie Agrarumweltmaßnahmen) Beiträge zur Phosphorreduzierung möglich sein.