Pressemitteilungen 2005 [LDD]

[06/2005 - 08.02.2005]

RP Dresden erteilt Baurecht für neue Trasse der S 127 östlich von Kunnersdorf

Ortsdurchfahrten Zodel, Neundorf und Ludwigsdorf werden entlastet

Das Regierungspräsidium Dresden hat jetzt für den Neubau der S 127 Verlegung östlich Kunnersdorf den Plan festgestellt. Damit besteht für den Neubau der Staatsstraße auf einer Länge von acht Kilometern Baurecht. Dieser Abschnitt bindet nördlich von Zodel an der vorhandenen S 127 an und wird von dort abseits der Ortslagen Zodel, Neundorf und Ludwigsdorf bis zum Knotenpunkt B 115/S 125 geführt. Antragsteller der Planfeststellung ist das Straßenbauamt Bautzen, das Planung und Bau im Auftrag des Freistaates Sachsen vornimmt.

Die S 127 ist im Raum nördlich von Görlitz regional als auch überregional als wichtige Straßenverbindung an das überörtliche Straßennetz B 115, BAB A 4 und an das Oberzentrum Görlitz zu bewerten. Sie verläuft jetzt durch die langgezogenen, nahezu durchgängig bebauten Ortslagen Zodel, Neundorf und Ludwigsdorf. In ihrem gegenwärtigen Zustand weist die Straße in diesem Abschnitt für den zukünftig auf ihr abzuwickelnden Verkehr eine zu geringe Breite, eine ungünstige Straßenführung und teilweise fehlende oder nur einseitige Gehwege auf. Mit Öffnung des geplanten Grenzüberganges Deschka und des Gewerbegebietes Rothenburg wird sich der Verkehr, insbesondere der Schwerlastverkehr verstärken.

Durch den Neubau der zweistreifigen Trasse entsteht eine leistungsfähige Verkehrsanbindung des grenznahen Raumes nördlich von Görlitz. Der Neubau der S 127 wird als eine der wichtigsten infrastrukturellen Maßnahmen für die wirtschaftliche Entwicklung dieser Region angesehen. Durch den Verlauf der neuen Trasse außerhalb der Ortslagen werden die Ortsdurchfahrten Zodel, Neundorf und Ludwigsdorf vom Durchgangsverkehr entlastet. Der Anschluss an die B 115 und von dort die nahe gelegenen Anschlussstellen der BAB A 4 Kodersdorf und Görlitz sowie zu der Stadt Görlitz können zügiger erreicht werden. In Anbetracht des zunehmenden Verkehrs ergibt sich vor allem für die Bevölkerung mit dem nun baurechtlich möglichen Straßenneubau außerhalb der Ortschaften eine erhebliche Verbesserung der Verkehrssicherheit insbesondere für Fußgänger und Radfahrer sowie eine Verminderung hinsichtlich der Lärm- und Schadstoffbelastung. Nebenbei erhalten auch die Ortsteile Emmerichswalde und Neu Krauscha aufgrund der Nutzung der ehemaligen Gemeindeverbindungsstraßen eine bessere Anbindung untereinander und an die B 115.

Die neue Straße wird durchgängig eine Fahrbahnbreite von 6,5 Metern erhalten. Als Ersatzmaßnahme für die Unterbrechung der Verbindung Emmerichswalde – Charlottenhof - B 115 für Radfahrer wird an der S 127 neu von der Einmündung Friedrichsfelde bis an die Einmündung Groß Krauscha ein 2,25 m breiter Radweg angelegt. In Teilbereichen erhält er eine Breite von mindestens 3,00 m und kann als Wirtschaftweg mitgenutzt werden. Im Zuge des Neubaus werden die Bahnübergänge Emmerichswalde und Charlottenhof auf der Strecke Berlin-Hagenwerder geschlossen. Gleichzeitig entstehen jeweils bei der Querung der BAB A 4 und der Bahnstrecke Görlitz-Berlin Brücken über die Bahngleise.

Im Planfeststellungsverfahren waren eine Vielzahl von Einwänden und Stellungnahmen – darunter auch die der anerkannten Naturschutzverbände - zu berücksichtigen. Speziell die Anliegen der ortsansässigen Landwirte machten Nachbesserungen bei der Umsetzung der landschaftspflegerischen Begleitmaßnahmen notwendig. Die durch den Neubau der Straße verursachte Neuversiegelung und der damit einhergehende Verlust an Wald, Acker und Grünland sowie die Veränderung der Landschaft durch Straßendämme und Brücken wird durch umfangreiche Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen kompensiert. Unter anderem sind umfangreiche Aufforstungsmaßnahmen, Flächenentsiegelungen, der Abbruch einer Siloanlage mit Anpflanzung einer Streuobstwiese sowie die Anlage von Obstbaumreihen, Feldhecken, Saum- und Gehölzstreifen vorgesehen. Das Bauvorhaben entspricht durchgängig sowohl den einschlägigen Lärm- wie auch den Schadstoffgrenzwerten.