Pressemitteilungen 2005 [LDD]

[44/2005 - 05.09.2005]

GALERIE IM REGIERUNGSPRÄSIDIUM zeigt neuere Arbeiten von Sandór Dóró

Auf der Suche nach dem Raum in der Fläche

Ab September zeigt die GALERIE IM REGIERUNGSPRÄSIDIUM unter dem Titel „Malgründe“ neuere Arbeiten des Künstlers Sándor Dóró. Am 07.09.2005, um 18.30 Uhr, eröffnet Regierungspräsident Dr. Henry Hasenpflug die Exposition, die dann bis zum 14.10.2005 zu sehen sein wird. Die Berliner Kunstwissenschaftlerin Sybille Badstübner-Gröger wird in das Werk des Dresdner Malers und Graphikers einführen. Henrik Wieland, Matthias Jackisch und Clara Schwiegk von der Gruppe „steindrei“ umrahmen die Vernissage musikalisch.

Sándor Dóró wurde 1950 in Ungarn geboren und lebte bis Ende der siebziger Jahre in seinem Heimatland. In Debrecen absolvierte er nach dem Abitur eine Gastronomielehre und begann danach ein Fachstudium für Weinbau. 1977 siedelte er in die DDR über. In Dresden nahm er zwei Jahre später ein Studium an der Hochschule für Bildende Künste in der Fachrichtung Malerei und Graphik auf und diplomierte 1985.

Seit 1985 arbeitet er als freischaffender Maler und Graphiker. Einen Namen machte Dóró sich auch mit Rauminstallationen, Land-Art und Performances. Seine Bilder und Kunstobjekte waren bisher nicht nur in Deutschland und Ungarn zu sehen, son-dern auch in Polen, Bulgarien, Finnland und Russland.

Von 1993 bis 1995 und von 1996 bis 1998 hatte er außerdem einen Lehrauftrag an der Hochschule für Bildende Künste im Rahmen der Abendakademie inne.

In der GALERIE IM REGIERUNGSPRÄSIDIUM zeigt er im September und Oktober Malerei, Arbeiten auf Papier und Objekte.

Typisch für den ideenreichen, stilistisch kaum festgelegten, umtriebigen Künstler ist beispielsweise das so genannte Kastenmotiv, das seit 1989 immer wieder in seiner Malerei auftaucht. Für die Illusion von Raum und Tiefe fügt er zwei Leinwände, eine rechteckige und eine schräg angeschnittene, aneinander. Das daraus entstandene fünfseitige Gebilde wird mit schwarzer Farbe konturiert und erweckt in Verbindung mit Hell-Dunkel-Effekten, bewusst gesetzter Licht- und Schattenverteilung und feinen farblichen Tönungen die räumliche Dimension eines zu einer Seite offenen Kastens. Dóró will Räumlichkeit erzeugen, wo doch nur eine Fläche ist.

Jüngere Arbeiten Dórós auf Papier fallen – wenn Acrylfarbe ins Spiel kommt - durch eine sehr expressive, packende und spannungsreiche Formen- und Farbsprache auf. Dem stehen dann aber wieder sehr sparsame, auf nur wenige Farben, Linien, und Figuren reduzierte Tuschezeichnungen oder dunkel getönte, auch erdige, vielfach und vielschichtig strukturierte Flächenmalereien in Öl und Pigmenten gegenüber.

Die Ausstellung kann im Casinogebäude des Regierungspräsidiums von Montag bis Donnerstag von 9 bis 18 Uhr und am Freitag von 9 bis 14 Uhr besucht werden.